Forschungsgruppe Jean Pieters
Wie Immunzellen ihr Umfeld wahrnehmen
Wir untersuchen, wie Immunzellen Eingangssignale aus ihrem Umfeld koordinieren, um Abwehrreaktionen gegen pathogene Reize in Gang zu setzen.
Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Makrophagen, der krankheitserregende Mykobaktieren neutralisiert.
Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Zelltypen, die ein Netzwerk zur Erkennung von körperfremden Pathogenen und Tumorzellen bilden. Zu diesem Zweck haben die Immunzellen Mechanismen entwickelt, um miteinander, mit anderen Zellen oder mit dem Pathogen zu kommunizieren. Jede Zelle kann verschiedene extrazelluläre Signale wahrnehmen. Diese Signale werden dann zur Aktivierung von Immunabwehrmechanismen in intrazelluläre biochemische Veränderungen umgesetzt.
Signaltransduktionsmechanismen in Leukozyten
Wir möchten klären, welche Signalprozesse an der Immunzellaktivierung beteiligt sind. Vor allem interessiert uns, durch welche molekularen und zellulären Mechanismen die bei den Zelloberflächenrezeptoren eingehenden Signale an die zelluläre Maschinerie weitergeleitet werden. Diese Signale sind für die Immunreaktionen zuständig.
Bei der Regulierung der Aktivierung von Signalreaktionen in Immunzellen spielt Coronin 1 eine wichtige Rolle. Dieses Protein ist an der Aktivierung kalziumabhängiger Signaltransduktionen beteiligt und reguliert so die Lymphozytenhomöostase. Ferner untersuchen wir, wie mikrobielle Pathogene sich der Immunerkennung entziehen, indem sie Signalnetzwerke ihres Wirts nutzen. So überlebt z. B. Mycobacterium tuberculosis, das für mehr Todesfälle verantwortlich ist als jede andere Infektionsquelle, in Immunzellen, indem es sich solche Signalnetzwerke (u. a. den durch Coronin 1 vermittelten Kalziumsignalweg) zunutze macht.
Signalwege, Immunität und Reaktionen des Wirts
Durch die Aktivierung des Immunsystems sollen körperfremde Pathogene eliminiert werden. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass das Immunsystem auch gegen körpereigene Komponenten aktiv wird. Das kann zu Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematosus, multipler Sklerose und Psoriasis führen. Wir untersuchen daher nicht nur den Prozess der Immunaktivierung gegen Pathogene, sondern auch die molekularen und zellulären Ereignisse, die an Autoimmunreaktionen beteiligt sind.
