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Testimonial Victoire Tribout

EPFL Lausanne, Forschungsgruppe Sebastian Hiller

Woher kommst du und was studierst du?
Ich bin in Paris aufgewachsen und studiere jetzt in Lausanne im französischen Teil der Schweiz. Ich habe gerade meinen Bachelor in Chemie und Chemical Engineering abgeschlossen und werde im Herbst ebenfalls am EPFL mit dem Master in Chemical Engineering und Biotechnologie anfangen. 

Warum hast du dich für den Biozentrum Research Summer beworben?
Ich bin immer noch hin- und hergerissen, ob ich später in die Forschung oder in die Wirtschaft gehen soll. Häufig hat man erst nach dem Master überhaupt die Möglichkeit, ein Praktikum zu machen. Bis dahin sollte man sich aber eigentlich schon für eine Richtung entschieden haben. Der Research Summer ist von daher eine grossartige Chance, schon früh herauszufinden, wie es ist in einem Labor und an einer Universität zu arbeiten. Ich habe mich zwar noch nicht entschieden, aber mir ist in diesen Wochen am Biozentrum klar geworden, dass die Forschung auch in Zukunft auf die eine oder andere Weise Teil meines Lebens sein soll. 

Im Bewerbungsverfahren konntest du angeben, in welchen Forschungsgruppen du am liebsten arbeiten würdest. Wie hast du diese ausgewählt?
Ich habe mich für die Gruppe von Sebastian Hiller entschieden, weil sie sich mit NMR-Spektroskopie beschäftigt. Das ist etwas, was mich wirklich fasziniert. Ich habe die Vorlesungen über physikalische Chemie und Spektroskopie immer geliebt. Da ich wenig Erfahrung in Biologie hatte, aber mit der Spektroskopie bereits vertraut war, dachte ich, dass ich am besten in diese Gruppe passen würde. 

Woran arbeitest du und was hast du gelernt? 
Wir versuchen neue Methoden zu entwickeln, mit denen sich das COVID-19-Virus leicht nachweisen lässt. Wir stehen noch am Anfang des Projekts, aber für mich war es grossartig die ganzen Handgriffe zu lernen. Mit chemischen Experimenten hatte ich schon Erfahrung, aber jetzt habe ich gelernt, wie man DNA transformiert, wie man Proteine exprimiert und reinigt, und ich habe auch sehr viel über Biochemie gelernt. 

Wie fühlt es sich an, in einer Forschungsgruppe zu arbeiten?
Es ist wirklich spannend. In diesem speziellen Programm ist man nicht nur eine Art "Handlanger", wie in anderen Praktika, sondern man hat wirklich ein eigenes Projekt. Immer wieder nach neuen Lösungen zu suchen, fordert mich intellektuell ziemlich heraus. Am Anfang war ich ziemlich enttäuscht, wenn ein Experiment nicht gelang. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass man Versuche öfter wiederholen muss. So funktioniert eben echte Forschung.  Das steht in ziemlichem Kontrast zu den Experimenten, die wir während des Studiums gemacht haben. Da wusste der Dozent natürlich bereits vorher, was am Ende rauskommt. 

Wie ist die Zusammenarbeit in der Gruppe?
Am Anfang musste mir mein Tutor alles erklären, da ich nicht viel über Biochemie wusste. Inzwischen bin ich ziemlich unabhängig und wir sind ein echtes Team geworden. Manchmal bittet er mich, zum Beispiel, ein Experiment zu entwerfen und schaut dann nur noch kurz darauf. Und jeden Tag werde ich selbstbewusster. Auch mit den anderen im Labor und den anderen Gruppen tauschen wir uns aus und essen zusammen zu Mittag. Ich finde es spannend zu erfahren, was die Anderen machen. 

Würdest du den Research Summer weiterempfehlen?
Auf jeden Fall. Wenn du bereits weisst, dass du in die Forschung willst, ist es eine super Chance dort richtig einzutauchen. Und wenn du dir noch nicht sicher bist, dann ist es eine schöne Art, es herauszufinden. Toll finde ich, dass das Programm für Studierende mit ganz unterschiedlichem Hintergrund geschaffen wurde. Wir vier, die in diesem Jahr teilnehmen, machen das deutlich: Wir studieren Biologie, Medizin, Quantentechnik und Chemie.