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Biozentrum Highlights 1971 - 2021

1968 − Pionieridee

Das Potenzial der Molekularbiologie wurde in der Schweiz bereits in den 1960er Jahren erkannt. Unter der visionären Federführung von Arnold Schneider, Mitglied des Regierungsrates, und dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung des Kantons Basel-Stadt sowie der lokalen Unternehmen Roche, Ciba, Geigy und Sandoz, konnte 1968 mit dem Bau des Biozentrums begonnen werden.

1971 − Einzigartige, interdisziplinäre Forschung

Zum Zeitpunkt der Eröffnung im Jahr 1971 war das Biozentrum das einzige interdisziplinäre Institut seiner Art in Europa. Eduard Kellenberger wurde zum Professor für Mikrobiologie berufen und mit dem Aufbau des Forschungsinstituts beauftragt. Aus Genf brachte er zwei Mitglieder seiner Gruppe mit, die zukünftigen Nobelpreisträger Werner Arber und Jacques Dubochet.

1976 −  Innovatives Studium der Biologie

Das Biozentrum entwickelte einen neuartigen Lehrplan „Biologie II“. Er setzte sich einerseits aus Einführungskursen in Mathematik, Physik und Chemie sowie andererseits aus intensiven praktischen „Blockkursen“ zusammen. 1976 schlossen die ersten beiden Studenten ihr Studium ab. Seitdem hat das Biozentrum fast 1000 Diplom- und Masterabschlüsse verliehen.

1978 − Nobelpreis für Werner Arber

Werner Arber sowie die beiden amerikanischen Forscher Daniel Nathans und Hamilton Smith wurden für ihre Entdeckung der Restriktionsenzyme mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet. Diese Enzyme, die DNA-Moleküle zerschneiden, sind auch heute noch eines der wichtigsten Werkzeuge in der Molekularbiologie. Die Freude damals war gross: Ganz Basel feierte mit.

1983 − Die Homeobox

Walter Gehring erhielt weltweite Anerkennung für seine Entdeckung der Hox-Gene mit ihren charakteristischen Homeoboxen. Sie spielen bei der Entwicklung von Organen eine Schlüsselrolle. Mit der Entdeckung von PAX6, einem übergeordneten Kontrollgen für die Augenentwicklung, zogen Gehring und seine Mitarbeiter rund ein Jahrzehnt später erneut das Interesse der Öffentlichkeit auf sich. Walter Gehring wurde für seine Arbeiten mit zahlreichen Preisen, darunter dem Gairdner Award, dem Kyoto-und dem Balzan-Preis geehrt.  

1985 − Informationstechnologie

Das Biozentrum wurde an das Universitätsrechenzentrum angeschlossen und konnte so seine Forschung auf die Bereiche Bioinformatik und Computermodellierung ausweiten. Pionierarbeit leisteten Forscher des Biozentrums und des Schweizerischen Instituts für Bioinformatik insbesondere auf dem Gebiet der Modellierung von 3D-Proteinstrukturen. SWISS-MODEL war von 1999 bis 2009 die meistzitierte Schweizer Quelle und ist nach wie vor einer der meistgenutzten Server weltweit.

1986 − Zentrum für Elektronenmikroskopie

Dank der grosszügigen Spende von Maurice E. Müller von 40 Millionen Schweizer Franken konnte das Biozentrum das Maurice E. Müller Institut für hochauflösende Elektronenmikroskopie aufbauen. Damit konnte es seine führende Stellung in der Strukturaufklärung von Biomolekülen weiter stärken.

1989 − Herausragender Mitochondrienforscher

Für seine Studien über den Transport von Proteinen in die Mitochondrien wurde Gottfried Schatz mit dem Gairdner Award ausgezeichnet. Neben seiner Forschung war Schatz auch für sein Talent in der Lehre und die Förderung einer neuen Generation von Forschern bekannt. Zudem war er Autor von mehr als 200 wissenschaftlichen Publikationen, drei Bänden mit Essays, einer Autobiografie und einem Roman.

1990 − Trinationales Studium in Biotechnologie

Die Universitäten Basel, Strassburg und Freiburg haben einen gemeinsamen Diplomstudiengang in Biotechnologie ins Leben gerufen. Damit konnten sie Studierenden die einzigartige Möglichkeit bieten, über nationale Grenzen hinweg zu studieren.

1991 −  Proteinkinase TOR

Michael N. Hall entdeckte die durch Nährstoffe aktivierbare Proteinkinase TOR. Als wichtiges Steuerelement des Zellwachstums nimmt TOR eine Schlüsselrolle bei Entwicklung und Alterung ein und ist an der Entstehung verschiedener Erkrankungen beteiligt. Für die Entdeckung von TOR erhielt Hall zahlreiche hochdotierte Preise, darunter den Albert Lasker Award, den Breakthrough Prize in Life Sciences und den Gairdner Award.

1995 − Nobelpreis für Entwicklungsbiologen

Biozentrum Alumni Christiane Nüsslein-Volhard und Eric F. Wieschaus wurden für ihre Entdeckung von Genen, die für die Embryonalentwicklung entscheidend sind, mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet. Beide forschten in den 1970er Jahren im Gehring Labor.

1996 −  Neurowissenschaften an vorderster Front

Die Universität Basel, das Universitätsspital, das Friedrich-Miescher-Institut und die lokale Pharmaindustrie gründeten gemeinsam das heutige Neuroscience Network Basel. Wenige Jahre später entstand die trinationale Allianz Neurex mit 100 Forschungsgruppen und rund 1000 Wissenschaftlern. Der Anteil an Neurowissenschaftlern ist in Basel weltweit am höchsten.

1999 − State-of-the-art NMR-Spektroskopie

Mit Unterstützung von Novartis und Roche konnte das Biozentrum seine Plattform für Kernspinresonanz Spektroskopie um ein neues 800-MHz-NMR-Spektrometer erweiterte. Das High-End-Spektrometer wurde auch von den lokalen medizinischen Instituten und der pharmazeutischen Industrie für diagnostische Zwecke genutzt.

2000 − Erfolgreiche Start-ups

Im Jahr 2000 gründeten Forscher des Biozentrums das Unternehmen Santhera Pharmaceuticals, das sich auf Arzneimittel zur Behandlung seltener neuromuskulärer und mitochondrialer Erkrankungen spezialisiert hat. Das Start-up ARTIDIS, welches Nanotechnologie zur Verbesserung der Krebsdiagnose und -prognose einsetzt, und T3 Pharmaceuticals, das eine spezifische und effiziente Krebstherapie mit lebenden Bakterien entwickelt, wurden 2014 bzw. 2015 gegründet.

2001 − Sprungbrett für Spitzenforscher

Für unzählige Forscher war das Biozentrum ein Sprungbrett in ihrer Forschungskarriere. Zum Zeitpunkt des 30-jährigen Bestehens waren fast 300 Biozentrum Alumni Professoren an angesehenen Institutionen. Von den Anfängen bis 2020 haben etwa 1.300 Doktoranden und fast 1.500 Postdoktoranden am Biozentrum geforscht. 

2002 − Zukunftsorientiertes Nano-Studium 

Dank der gemeinsamen Anstrengungen der Departemente Physik, Chemie und des Biozentrums konnte die Universität Basel den neuen Studiengang Nanowissenschaften schaffen. 

2005 − Auf zu neuen Forschungsgebieten

Eine neue Generation von Professoren prägte fortan die Forschung am Biozentrum. Bis 2005 wurden zwanzig neue Professoren berufen und das Departement auf 33 Forschungsgruppen erweitert.

2007−  Fellowships for Excellence

Unterstützt durch eine grosszügigen Spende der Werner Siemens-Stiftung konnte Joachim Seelig das renommierte Fellowships for Excellence PhD-Programm aufbauen. Das heutige «Biozentrum PhD Fellowships»- Programm bietet vielversprechenden Studierenden aus aller Welt die einzigartige Möglichkeit, ihre Forschungsgruppe nach einem Rotationsprinzip auszuwählen. 

2009 − Modernste Technologieplattformen

Erich Nigg wurde zum ersten offiziellen Direktor des Biozentrums ernannt. Er etablierte Technologieplattformen, welche hochspezialisiertes Fachwissen und Spitzentechnologie vereinen. Sie tragen dazu bei, dass die Wissenschaftler ihre biomedizinische Forschung an vorderster Front betreiben können. 

2017 − Nobelpreis für Kryo-Elektronenmikroskopie

Für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie zur Aufklärung der Strukturen von Biomolekülen wurde Biozentrum Alumnus Jacques Dubochet der Nobelpreis für Chemie verliehen. Dubochet arbeitete von 1971 bis 1978 am Biozentrum in der Gruppe von Eduard Kellenberger.

2018 − Breakthrough of the Year 2018

Biozentrum Alumnus Alex Schier, der Professor an der Harvard University war, wurde als neuer Direktor ans Biozentrum berufen. Im selben Jahr wählte das renommierte Wissenschaftsmagazin "Science" seine Studie über die Entwicklungswege von Zellen zum “Breakthrough of the year 2018”.

2018 − Biozentrum Research Summer

Dank dem neuen Biozentrum Research Summer Programm können Bachelor Studierende nun bereits zu Beginn ihres Studiums praktische Erfahrung in der Forschung sammeln. Im Jahr 2019 rief das Biozentrum zudem die Basel Summer Science Academy ins Leben. Hier erhalten Gymnasiasten die Möglichkeit in einem Forschungslabor zu arbeiten.

2019 − Nationaler Forschungsschwerpunkt "AntiResist

Das Biozentrum ist Lead Institut des neuen NFS-Projekts, das sich mit Antibiotika und Antibiotikaresistenz befasst. "AntiResist", geleitet von Christoph Dehio, ist ein Verbund von 24 Forschungsgruppen, 14 davon aus Basel. Ziel ist die Suche nach neuen Antibiotika und die Entwicklung von alternativen Strategien zur Bekämpfung von antibiotikaresistenten Krankheitserregern.

2019 − Wissen teilen

Über seine rund 200 Publikationen pro Jahr teilt das Biozentrum seine Forschungsergebnisse und seine Erkenntnisse mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Um auch die Basler Öffentlichkeit über die laufende Forschung am Biozentrum zu informieren und eine Gelegenheit für den Austausch zu schaffen, wurde die monatliche Vortragsreihe "Einblicke Biozentrum" initiiert.

2020 − Dem Coronavirus auf der Spur

Richard Neher und seine Kollegen wurden zu führenden Experten in Bezug auf die Ausbreitung und Evolution des Coronavirus. Mithilfe von Nextstrain untersuchten sie den Verlauf der COVID-19-Pandemie. Nextstrain ist eine Open-Source-Webanwendung, mit der die Forscher virale Genome analysieren und die Ausbreitung von Viren über Raum und Zeit visualisiert können. 

2021 −  Hochburg der Life Sciences 

Die Forschenden des Biozentrums beziehen ein hochmodernes Gebäude mit zukunftsweisender Infrastruktur – ein Ort, an dem die Wissenschaftler erforschen, wie lebende Systeme konzipiert sind und wie sie sich umgestalten lassen. Damit wird ein nächstes Kapitel in der Biozentrums Geschichte aufgeschlagen.

Die wichtigsten Biozentrum Promotoren in den 1960er Jahren aus Wissenschaft, Universität und Privatindustrie:

  • Eduard Kellenberger (damaliger Wissenschaftler in Genf, ab 1970 Professor am Biozentrum)
  • Alfred Pletscher (damaliger Forschungsleiter bei Hoffmann-La Roche)
  • Hubert Bloch (damaliger Leiter der Pharmazeutischen Forschung der Ciba)
  • Christoph Tamm (damaliger Professor für organische Chemie und später Rektor)
  • Arnold Schneider (damaliger Vorsteher des Erziehungsdepartementes des Kantons Basel-Stadt)

Die ‘Gründungs’- Professoren im Jahr 1974:

Molekulare Mikrobiologie

  • Eduard Kellenberger
  • Werner Arber

Biophysikalische Chemie

  • Gerhard Schwarz
  • Jürgen Engel
  • Kaspar Kirschner
  • Joachim Seelig

Pharmakologie

  • Karl Bucher
  • Franz Grün
  • Hans Thoenen

Strukturbiologie

  • Richard Franklin
  • Johan N. Jansonius

Biochemie

  • Max M. Burger
  • Gottfried Schatz

Entwicklungsbiologie/Genetik

  • Walter J. Gehring

Departementsleiter 

Von 1973 bis 2009 wurde das Biozentrum von einem Obmann geleitet. Seit 2009 wird es von einem Direktor geführt. Die folgenden Personen hatten diese Position inne: 

  • Max M. Burger (1973–77) 
  • Jürgen. Engel (1977–79) 
  • Werner Arber (1979–83) 
  • Gottfried Schatz (1983–85) 
  • Kasper Kirschner (1985–87) 
  • Walter J. Gehring (1987–89) 
  • Johan N. Jansonius (1989–91) 
  • Thomas A. Bickle (1991–93) 
  • Urs A. Meyer (1993–95) 
  • Walter Keller (1995–97) 
  • Joachim Seelig (1997–99 und 2000–09) 
  • Andreas Engel (1999–2000) 
  • Erich Nigg (2009–2018) 
  • Alexander F. Schier (2018–heute)