Wie fühlt sich echte Forschung an – fernab des Klassenzimmers in einem vollausgestatteten Labor? Und was sind Phagen? Diesen und weiteren Fragen gingen 43 Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren an der diesjährigen Basel Summer Science Academy (BSSA) am Biozentrum der Universität Basel nach.
Im Mittelpunkt der BSSA stand wiederum das Aufspüren und Erforschen von Bakteriophagen – Viren, die Bakterien befallen. Die Nachwuchsforscherinnen und -forscher durften dabei den gesamten wissenschaftlichen Prozess aktiv begleiten: von der Entgegennahme von Leoparden-, Löwen- und Flusspferdstuhlproben im Zoo Basel, über die Isolierung und Aufreinigung der Phagen bis hin zu deren Visualisierung mit dem Transmissionselektronenmikroskop. Für ein möglichst abgerundetes Programm sorgten nebenbei Vorträge, Besuche verschiedener Forschungsgruppen und natürlich Freizeitaktivitäten. So unternahmen die Teilnehmenden eine Schifffahrt auf dem Rhein und entdeckten ihr Kochtalent in einem Schokoladen-Workshop.
Zwei separate Woche, statt ein zweiwöchiger Kurs
Um das Programm für die Teilnehmenden und ihre Familien möglichst flexibel zu gestalten, wurde die BSSA neu aufgegleist. Statt eines zweiwöchigen Kurses gleich zu Beginn der Sommerschulferien, entschied Kursleiter Dominik Buser die diesjährige Ausgabe in zwei separate, dafür einwöchige Kurse, aufzuteilen – je ein Kurs in der ersten und letzten Woche der Ferien. Insgesamt nahmen 21 Jugendliche in der ersten und 22 in der zweiten Kurswoche teil.
Damit ein vertieft wissenschaftliches Erlebnis auch in einer Kurswoche garantiert werden konnte, wurde das Programm überarbeitet, sagt Buser. «Den Labor-Workflow haben wir deutlich pragmatischer gestaltet und vereinfacht. So konnten wir die Kernbotschaft, was es heisst zu Forschen, noch klarer vermitteln, ohne die inhaltliche Tiefe des Kurses zu verlieren». Die vereinfachte Struktur habe den Teilnehmenden ermöglicht, sich stärker auf die wissenschaftlichen Fragestellungen und die praktische Laborarbeit zu konzentrieren. «Das Feedback der Schülerinnen und Schüler war insgesamt sehr positiv,» sagt Kursleiter Buser.
Direkte Einsicht in die wissenschaftliche Laufbahn
Dass das Konzept aufgegangen ist, zeigt auch das Feedback der Teilnehmenden. «Die Arbeit im Labor hat sehr viel Spass gemacht. Man konnte Professoren direkt Fragen stellen – dadurch habe ich viel gelernt», erzählt Teilnehmerin Eva vom Gymnasium Oberwil. Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, den Forschenden nicht nur zuzuschauen, sondern selbst zu experimentieren. «Bei jedem Experiment habe ich verstanden, wieso man das so macht. Das ist anders als im Schulunterricht“, berichtet Teilnehmerin Lilian. Marharyta vom Freien Gymnasium Basel, schätzte ausserdem den persönlichen Kontakt zu den Kursbetreuern – allesamt Forschende am Biozentrum: «Unser Betreuer hat uns viel von seiner Karriere erzählt und wie er hier am Biozentrum seinen Bachelor und Master gemacht hat.»
Die Summer Science Academy richtet sich an naturwissenschaftlich interessierte Gymnasiastinnen und Gymnasiasten und vermittelt einen authentischen Einblick in den Forschungsalltag. Neben dem praktischen Arbeiten im Labor lernen die Jugendlichen Forschende und ihre Karrierewege kennen und erhalten Orientierung für ihre eigene Studien- und Berufswahl. So soll das Programm junge Talente frühzeitig für die Life Sciences begeistern und ihnen zeigen, wie spannend und vielfältig Forschung sein kann.
Die Bewerbungsphase für die Ausgabe 2027 startet im Frühjahr.
Kontakt: Kommunikation, Livio Stöckli