Sira Borja – Physikstudentin aus Spanien
Warum hast du dich für dieses Praktikum beworben?
Ich hatte vorher noch nie ein Praktikum gemacht und wollte einfach wissen, wie es wirklich ist zu forschen. Ich habe mir die verschiedenen Forschungsgruppen am Biozentrum angeschaut und fand gleich mehrere von ihnen interessant. Für mich war das Praktikum eine super Gelegenheit erste Erfahrungen in der Forschung zu sammeln und gleichzeitig mehr über Themen zu erfahren, die mich interessieren, aber nicht in mein Fachgebiet fallen.
Was hat dich am meisten überrascht?
Wie viel Freiheit man hier hat. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich meine Arbeit mitgestalten kann. Man taucht komplett in die Welt der Wissenschaft ein und bekommt dazu auch noch einen ziemlich guten Eindruck vom Alltag der Doktorierenden. Ich komme ja eigentlich aus der Physik, arbeite hier aber in einem ganz anderen Bereich. Deshalb war ich überrascht, dass ich mein Wissen aus der Physik trotzdem so oft einsetzen konnte. Ich habe am Projekt meiner Betreuerin mitgearbeitet, konnte mich dem Thema aber von physikalischer Seite her nähern und es auch ein Stück weit in die Richtung lenken, die mir liegt.
In welcher Forschungsgruppe arbeitest du?
Ich bin bei Anissa Kempf. Sie untersucht das Schlafverhalten bei Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster). Ich habe ihre Gruppe ausgesucht, weil ich mich schon als Kind für Neurowissenschaften interessiert habe. Auch wenn ich mich schlussendlich für Physik entschieden habe, ist die Biologie für mich immer noch reizvoll, insbesondere biologische Systeme mit den Augen einer Physikerin zu betrachten.
Worum geht es in deinem Forschungsprojekt?
Wir erforschen das Schlafverhalten von Fliegen. Dabei versuchen wir, Körperhaltungen oder Bewegungen der Fliege bestimmten Schlafphasen zuzuordnen. Die Daten von solchen nächtlichen Aufzeichnungen habe ich mit Software-Tools und statistischen Methoden aus der Physik ausgewertet.
Hat der «Research Summer» deine Sicht auf die Forschung verändert?
Ich konnte durch das Praktikum tatsächlich einen Reality Check machen und schauen, ob meine Vorstellung von Forschung mit der Realität übereinstimmt. Für mich ist eine Karriere in der Forschung schon seit längerem eine Option. Jetzt, nach dem Praktikum, bin ich mir sicher, dass ich diesen Weg einschlagen möchte.
Warum sollten man deiner Meinung nach am «Research Summer» teilnehmen?
Für alle, die später in die Forschung gehen möchten, ist das Praktikum eine unglaublich vielseitige und wertvolle Erfahrung. Man bekommt für einige Wochen mit, wie der Forschungsalltag aussieht, und dadurch auch eine klarere Vorstellung von den eigenen beruflichen Zielen. Ausserdem gibt es ein tolles Freizeitprogramm. Das macht es viel einfacher, die Praktikanten aus den anderen Laboren, kennenzulernen.
Warst du vorher schon einmal in Basel?
Nein, ich war zwar schon in anderen Schweizer Städten, aber noch nie in Basel. Was mir im Vergleich zu meiner Heimatstadt besonders gefällt, ist die ruhige und entspannte Atmosphäre. An einem Fluss zu leben, war für mich auch eine völlig neue Erfahrung – es fühlt sich ganz anders an als das Leben am Meer. Basel ist eine wunderbare Stadt. Während des Research Summers gibt es genug Freiraum die Kultur und Lebensart zu entdecken.
