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Wie Immunzellen ihre Lebensdauer bestimmen

Unsere Forschungsgruppe untersucht, wie Immunzellen, insbesondere die T-Zellen, ihre Lebenszeit regulieren, um dauerhaft eine adäquate Immunantwort zu gewährleisten.

Bei der Bekämpfung von Viren, Bakterien und Tumorzellen stehen die T-Zellen unseres Immunsystems an vorderster Front. Eine ausreichende Anzahl und Vielfalt von T-Zellen in den peripheren lymphatischen Organen, wie zum Beispiel der Milz, den Lymphknoten und im Blut, sind die Voraussetzung, dass unser Immunsystems zuverlässig arbeiten kann. 

Unser Team untersucht die Rolle der sogenannten Coronin-Proteine bei der Entwicklung und Steuerung der T-Zellen in unserem Körper. Coronine sind in Eukaryoten hoch konserviert; die T-Zellen produzieren insbesondere das Coronin-1-Protein in reichlicher Menge. Fehlt es, kommt es sowohl bei Mäusen als auch beim Menschen zu einem Mangel an peripheren T-Zellen.

Wie sich T-Zellpopulationen selbst regulieren
Die Vorläufer der T-Zellen kommen ursprünglich aus dem Knochenmark und wandern von dort zum Thymus, ein Organ des lymphatischen Systems. Hier reifen sie heran und erhalten ihre Prägung bis sie dann schliesslich als reife T-Zellen in den peripheren Lymphorganen zirkulieren. Während sich der Thymus im Jugendalter zurückbildet, bleibt die Menge der T-Zellen langfristig jedoch nahezu konstant, beim Menschen bis zu mehreren Jahrzehnten. Wir untersuchen, welche Rolle die Coronin-Proteine für die Erhaltung der Menge an T-Zellen im Körper spielen und wie sich ein Mangel an Coronin-1 auf das T-Zell-Gleichgewicht und die Immunität auswirkt.

Die Rolle von Coronin-1 bei Autoimmunität und Organtransplantationen
Wenn Coronin-1 fehlt, so sinkt die Zahl der T-Zellen drastisch. Dennoch ist das Immunsystem unseres Körpers weiterhin in der Lage, mikrobielle Krankheitserreger zu bekämpfen und eine Reihe von Stimuli für die Autoimmunität – Angriffe auf körpereigene Moleküle und Gewebe – abzuwehren und Spenderorgane nach einer Transplantation zu tolerieren. Wir untersuchen die Signalwege, die diesen Prozessen zugrunde liegen. Mit den Ergebnissen liessen sich möglicherweise neue Ansätze finden, Autoimmun- und Abstossungsreaktionen zu bremsen.